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BOSKOVICE (Boskowitz)
Die älteste schriftliche Erwähnung von Juden stammt aus dem Jahre 1343, eine jüdische Gemeinde wurde Mitte des 15. Jahrhunderts gegründet. Boskovice ist eines der kulturellen Zentren der mährischen Juden, an der Wende des 18. und 19. Jahrhunderts gab es hier eine berühmte Jeschiwa und ein Zentrum für Talmudforschung. Mitte des 19. Jahrhunderts lebten hier 2000 Juden (326 bewilligte Familien – sog. Familianten), was mehr als ein Drittel der Bevölkerung darstellte. Die jüdische Gemeinde wurde nach dem zweiten Weltkrieg für eine kurze Zeit wiederbelebt. Das jüdische Viertel bildet ein ausgedehnter Gebäudekomplex in typischer Lage zwischen dem Schloßgelände und dem historischen Stadtkern auf einer Fläche von Die barocke Synagoge in der Traplova-Gasse aus dem Jahre 1639 (Abb.3) ist das Werk des italienischen Baumeisters Sylvester Fiota aus Chiavenna, 1698 wurde ein Seitenschiff angebaut, spätere Umbauten sind im Empire- bzw. neugotischen Stile. In drei zeitlichen Etappen von der ersten Hälfte des 17. bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden das Deckengewölbe die Wände des Interieurs von Flüchtlingen aus Polen mit dekorativen Freskenmalereien mit Ornamenten und Pflanzenmotiven und hebräischen liturgischen Texten versehen (Abb.4). Nach einer komplexen Denkmalsinstandsetzung in den Jahren 1991–2001 wurden darin Museumsexponate zur Geschichte und den Denkmälern der hiesigen jüdischen Gemeinde ausgestellt. Die Ausstellung ist in der Saison von April bis Oktober jeweils montags von 13.00–17.00, von Dienstag bis Freitag von 9.00–17, samstags von 10.00 bis 16.00 und sonntags von 12.00 bis 17.00, außerhalb dieser Zeiten nach telephonischer Vereinbarung (Herr Janík, T: 608 305 987) zu besichtigen, siehe auch www.boskovice.cz/muzeum/. Zwei weitere Synagogen, die Kleinere Synagoge aus dem 18. Jahrhundert und die Löw-Beersynagoge von 1884, wurden nach dem Krieg abgerissen. Der Friedhof, in der Potoční-Straße westlich des Zentrums an einem Hang des Hügels unterhalb des Schloßwildparks gelegen, wurde spätestens im 16. Jahrhundert angelegt. Auf einer Fläche von Boskovice ist die Geburtsstadt des Augenarztes Abraham Albert Ticho (1883– Weitere Sehenswürdigkeiten und Informationen über die Stadt und die Umgebeung finden Sie auch auf www.boskovice.cz. |