SLAVKOV U BRNA (Austerlitz)

In der durch Napoleons Schlacht mit den Heeren Österreichs und Rußlands im Jahre 1805 berühmten Stadt ist eine jüdische Kommunität bereits 1343 belegt, die Ansiedlung wurde in der jüdischen Literatur Ir laban, d.h. Weiße Stadt genannt. Die größte Anzahl an Einwohnern jüdischen Bekenntnisses wurde hier Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht, danach setzte ein ständiges Sinken aufgrund der Migration in die großen Städte ein. Die eigenständige jüdische religiöse Gemeinde zerfiel 1942 infolge der nazistischen Verfolgung.

Das historische jüdische Viertel erstreckt sich in Slavkov westlich des Hauptplatzes (Abb.1), es wird von den Straßen Úzká und U synagogy sowie dem Platz Koláčkovo náměstí gebildet. Von ursprünglich Häusern sind 36 erhalten geblieben, darunter die Schule mit dem Ritualbad Nr. 664, in der eine ständige Museumsausstellung zur Geschichte und den Gedenkstätten der jüdischen Gemeinde untergebracht ist.

Die Synagoge (Abb.2) befindet sich in diesem Areal in der Straße U synagogy. Sie wurde an der Stelle eines älteren Tempels in den Jahren 18571858 in neuromanischem Stil mit zwei abgestuften Giebeln an der Fassade erbaut. Ein halbes Jahrhundert lang wurde sie als Lagerhalle genutzt, in den Jahren 19941998 wurde sie für das Kreissarchiv renoviert. Bei der feierlichen Eröffnung 1998 wurde an der Fassade eine Gedenktafel für die lokalen Holocaustopfer enthüllt. In der Vorhalle verdient eine kleinere, ebenfalls dem Schicksal der hiesigen jüdischen gemeinde gewidmete Museumsausstellung Aufmerksamkeit. Das Gebäude ist derzeit wegen Restaurationsarbeiten nicht zugänglich.

Der neue jüdische Friedhof (Abb.3) liegt nördlich des Hauptplatzes in den Windungen der nach Rousínov führenden Landstraße, angelegt wurde er 1744. Wir finden hier etwa 300 Grabsteine, wobei die ältesten aus den Jahren 1735 1736 stammenden vom alten Friedhof hierher gebracht worden sind, der sich südlich der Stadt am Flüßchen Litava befunden hatte. Begraben liegen hier eine Reihe gelehrter hiesiger Rabbiner. Im Jahre 1994 wurde auf dem Friedhofsterritorium ein Denkmal für die zerstörte jüdische Gemeinde installiert. Der Friedhof ist nach Vereinbarung zugänglich, Kontaktperson: Herr Klenovský, T: +420 544 509 608.

Slavkov ist der Geburtsort des Architekten Max Katscher (18581918 in Wien). Weitere Informationen über den Ort und die Umgebung siehe unter www.slavkov.cz.

 

 

 
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