IVANČICE (Eibenschitz)

Eine lokale jüdische Ansiedlung hat es wohl bereits seit dem 13. Jahrhundert gegeben, sie gehörte zu den ältesten und wichtigsten in Mähren. Die jüdische Kommunität wurde nach dem zweiten Weltkrieg für kurze Zeit wiederbelebt. Bis 1840 gab es hier eine Jeschiwa und eine Reihe bedeutender Rabbiner.

Das jüdische Viertel erstreckt sich im nördlichen Teil des Stadtkerns, heute die Straßen: ul. Josefa Vávry, Jana Schwarze und Ve fortně. Von ursprünglich 73 Häusern sind 52 erhalten geblieben, darunter das Bad Nr. 100 und die Schule Nr. 42 (Abb.1). Die Aufmerksamkeit zieht die pittoreske Fassade des Hauses Nr. 98 mit einem schmiedeeisernen Balkongeländer aus dem Jahre 1818 auf sich.

Die Synagoge (Abb.2) in der Josef Vávra-Straße 26 wurde 1853 in spätklassizistischem Stil an der Stelle eines älteren Tempels erbaut. Ein halbes Jahrhundert lang diente sie als Lagerraum, seit 2008 findet eine komplexe Denkmalsrestaurierung mit dem Ziel, sie zu kulturellen Zwecken der Stadt zu nutzen.

Der jüdische Friedhof (Abb.3) befindet sich in der Mřenková-Straße, etwa 400 m nördlich des Hauptplatzes. Angelegt wurde er spätestens im 16. Jahrhundert, auf einer Fläche von über einem Hektar stehen etwa 1800 Grabsteine, wobei der älteste lesbare aus dem Jahre 1580 stammt. Auf dem Friedhof gibt es sehr wertvolle Grabsteine des Renaissance-, Barock- sowie klassizistischen Typs mit beachtenswerter Symbolik in Bezug auf Abkunft, Namen, Beruf und Eigenschaften des Verstorbenen. Es sind hier auch bedeutende hiesige Persönlichkeiten begraben. Am Eingang zieht die Aufmerksamkeit die Trauerzeremonienhalle aus dem Jahre 1902 eklektischer architektonischer Gestaltung auf sich. Ein Besuch des Friedhofs ist nach Vereinbarung möglich, Kontakperson: Frau Dvořáčková, Mřenková 24, T: +420 546 437 280.

Ivančice ist die Geburtsstadt des Musikwissenschaftlers Guido Adler (18551941 in Wien) und des Komponisten Hugo Weisgall (19121997 in New York). Eine Gedenktafel am Haus Krumlovská 1 erinnert an die Stelle, wo sich 19381942 ein Durchgangs- und danach ein Internierungslager für jüdische Einwohner befunden hat.

Weitere Informationen über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten siehe unter www.ivancice.cz.

 

 

 
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